Nord-Süd-Trail Tag 4

Vom Jäger beim Wildcampen erwischt

Der Morgen beginnt klamm und ziemlich frisch. Ich könnte noch eine ganze Weile in meinen Quilt gekuschelt hier liegen bleiben, aber als Henning sich die Nase putzt, dringt die kalte Realität in meinen Verstand ein.

Jetzt heißt es aufstehen, zusammen packen, frühstücken und ein neuer Tag beginnt.

See am Trekking-Camp

Nach dem Frühstück und dem ersten Kampf gegen die Mücken brechen wir auf. Zunächst laufen wir über einen asphaltierten Fahrradweg und überqueren die Straße nach einem kurzen Stück in einen Wald. Ein Forstweg führt uns durch das Schwansmoor und später laufen wir wieder entlang einiger Straßen ohne Fußgängerweg. Der Norden ist bisher nicht sonderlich Wandererfreundlich. Wir haben bisher nicht einen einzigen anderen Wanderer getroffen. Auch die Leute scheinen uns teilweise wie Außerirdische wahrzunehmen. Heute zum Beispiel fuhr jemand im Schritttempo an uns vorbei, sodass ich dachte, er wolle in die Einfahrt vor mir einbiegen, aber er betrachtete uns von oben bis unten und fuhr dann weiter.

Entlang einer Bundesstraße mit Radweg

Ein anderer fuhr mit dem Fahrrad an uns vorbei und meinte erstaunt ‚zu Fuß unterwegs?‘ und fragte uns interessiert, was wir machen und wo wir hin wollen und wo wir herkommen und empfahl uns auch gleich das nächste Café. Insgesamt sind die Menschen hier im Norden sehr entspannt und freundlich.

Wir haben kurz vor unserem Nachtlager die 100 km Markierung des Nord-Süd-Trails überquert. Ansonsten ist heute nicht viel erwähnenswertes passiert.

100 km am Abend des 4. Tages auf dem NST

Nachdem wir unsere Zelte auf einem frisch gemähten Acker in der Nähe eines Hochsitzes aufgebaut haben, wollten wir grade zu Abend essen und uns bettfertig machen, als zwei Gestalten, die sich als Jäger entpuppen, auf uns zukommen. Keine Minute zuvor hatte ich zu Henning gesagt, dass vermutlich niemand den weiten Weg über das Feld bis zu uns auf sich nehmen würde. Tja, so kann man sich irren.

Jedenfalls wollen sich die beiden Jäger mal ein Bild von uns machen und was wir hier tun. Nachdem wir ihnen versichern, dass wir keinen Müll hinterlassen und kein Feuer machen werden, wünschen sie uns eine gute Nacht. Hier hätte die Jagt heute für sie sowieso keinen Sinn mehr.

Und so liege ich nun wieder schön in mein Zelt gekuschelt und schaue den Mücken vor der Türe zu, wie sie versuchen, zu mir zu gelangen. Leider waren letzte Nacht oder heute Morgen doch einige erfolgreich…

Heute gewanderte km: 29,1

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