Nord-Süd-Trail Tag 5

Jägerwiese bis Flensburg

Es ist feucht und es ist klamm und wieder werde ich wach, weil Henning sich die Nase putzt. Wir packen schnell alles zusammen und um Punkt 7 Uhr stehen wir fertig da zum Loswandern. Frühstücken wollen wir irgendwann unterwegs, wenn wir hoffentlich eine Bank zum sitzen finden.

Meine Mückenstichen machen mir heute morgen sehr zu schaffen. Es ist nicht das Jucken, sondern an den Füßen füllen sich die Stiche durch das Wandern mit Flüssigkeit und werden zu dicken Blasen. Diese platzen dann irgendwann und dann können sie sich leicht entzünden, Dreck kommt beim Wandern schnell in die Wunde.

Mückenstich, auf den ich heftig reagiere

Nach einem kurzen Stück durch den Wald und an einer wenig befahrenen Straße entlang kommen wir an eine sehr stark befahrene Bundesstraße. LKWs donnern vor uns vorbei und es gibt keinen Seitenstreifen. Also rennen wir bei der erstbesten Gelegenheit auf die gegenüber liegende Seite und werfen uns über die Leitplanke, hinter der wir entlang gehen. Echt abenteuerlich. Fast einen ganzen km wechseln wir zwischen den Straßenseiten hin und her, da mal rechts oder mal links ein frisch gemähtes Feld für uns zum wandern besser geeignet ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich den asphaltierten Feldweg, dem wir ab jetzt für eine lange Zeit folgen.

Eine Bank haben wir bisher nicht gefunden, und da unsere Hoffnung auf eine schwindet, setzen wir uns neben einer Kuhwiese auf unsere Sitzpolster in den Schotter.

Der Rest der Strecke verläuft ähnlich, wir erreichen noch einmal die deutsch-dänische Grenze, hier sind Bänke, die wir aber links liegen lassen.

Hinter Ellund machen wir eine weitere Pause, mittlerweile haben wir aber unser gesamtes Essen aufgebraucht. Richtig so, denn heute geht’s ja nach Flensburg. Hierhin haben wir uns von zu Hause aus ein Paket in die Packstation geschickt, in dem sich fertig vorbereitete Müslis und Hauptmahlzeiten befinden, damit sich die Kosten dieses Trips nicht ins unermessliche steigern.

Wir kaufen uns Gaskartuschen, ich kaufe mir eine neue Hose zum Wandern und bin damit mega happy, wir kaufen uns alle nötigen Hygieneprodukte und dann beziehen wir Quartier. Wir holen das Paket in der Packstation mit unseren im Hotel geleerten Rucksäcken ab und auf dem Rückweg gönnen wir uns eine Waffel von Wonder Waffle.

„Hikertrash“ – Hotelzimmer in Flensburg

Dann werden unsere Klamotten in der Waschmaschine gewaschen – purer Luxus, normalerweise machen wir das per Hand im Waschbecken. Anschließend schneide ich Henning die Haare mit der Maschine, die auch in dem Paket war. Danach duschen wir uns und rationieren das Essen für die kommenden Tage, machen eine Planung, wo in etwa wir wann sein werden. Dann essen wir zu Abend und gehen um halb 9 ins Bett.

Morgen geht’s dann weiter. Ich bin gespannt, ob die Strecke auch weiterhin an so vielen Straßen verläuft. Ab jetzt geht es über den Europäischen Fernwanderweg E1. Vielleicht wird es also ein bisschen Wandererfreundlicher.

Gelaufene km: 25, 4
Davon Trail-km: 21,6

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