Nord-Süd-Trail Tag 13

der längste Tag bisher und die schlimmste Nacht

Die Nacht war recht angenehm, die Übungen für meinen Rücken scheinen echt zu helfen und ich habe zum Glück doch nicht so viel Sonne abbekommen, wie befürchtet.

Nach einer ausgiebigen Dusche (wir hatten jeweils Duschmarken für 10 Minuten), und einem vorherigen schönen Frühstück direkt aus den Zelten heraus, starten wir in den Tag. Zuvor verabschieben wir uns noch von Theresa und Kim. Wir wollen noch unser Paket in der Packstation holen und wieder abschicken, also wer weiß – vielleicht sehen wir uns ja heute im Laufe des Tages noch einmal.

Nachdem wir die Vorräte in unserem Paket geplündert und alles weitere im Edeka besorgt haben, geht die Wanderung weiter. Durch Wälder an Seen entlang. Das prägt den heutigen Tag.

Als wir grade überlegen, ob wir Kim oder Theresa wohl noch einmal wiedersehen, taucht auch schon die Gestalt von Theresa an der Seeböschung auf. Wir wandern ein Stück gemeinsam und laufen schon bald auf Kim auf. Wortlos beschließen wir, unser Tempo zu drosseln und ein Stück mit den beiden gemeinsam zu wandern. Wir haben ein paar nette Gespräche und verbringen eine zweite Frühstückspause mit den beiden.

v. l. n. r. Theresa, Kim, Henning
v. l. n. r. Henning, Theresa, Kim

Aber wir haben noch eine ganz schöne Strecke vor uns. Es werden wahrscheinlich mal wieder mindestens 36 km. Also verabschieden wir uns doch endgültig, tauschen aber vorher noch die Kontaktdaten aus. Und dann geht es für Henning und mich weiter in Richtung Bungsberg. Der höchste Punkt von Schleswig-Holstein (168 m ü. NN). Hier befindet sich nämlich ein weiteres Trekking-Camp. Hier darf man also ganz legal wild zelten.

Der Weg dorthin ist allerdings wahnsinnig unspektakulär und verläuft mal wieder über Forstwege und asphaltierte Feldwege. Hin und wieder haben wir eine nette Aussicht. Es ist total anstrengend und die Kilometer ziehen sich. Zum Glück hatte Henning für solche Fälle einen Witz-Podcast von Eckart von Hirschhausen offline auf Spotify gespeichert. Die ersten beiden Teile davon hatten uns schon mal durch einen Stau gerettet, der über 3 Stunden Standzeit für uns bedeutete.

Und so laufen wir die letzten 7 oder 9 km durch langweiliges Terrain mit lustiger Beschallung und erreichten pünktlich im Sonnenuntergang unser Nachtlager.

Sonnenuntergang am Bungsberg
Trekkingcamp Bungsberg

Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, gibt es noch leckeres, gekochtes Abendessen und dann mümmeln wir uns in unser jeweiliges Zelt.

Es ist mittlerweile stockdüster, als mir so kalt wird, dass ich meine Daunenjacke anziehe. Dafür setze ich mich hin und sehe dabei, wie ein Auto unten am Waldrand zum Camp rückwärts heranfährt. Ich höre die Stimmen von mehreren Männern und mein Herz beginnt wie wild zu pochen. Hier oben darf man gar nicht zelten, wenn man mit dem Auto kommt. Das ist nur Radreisenden und Wanderern gestattet. Und warum kommen die erst als es schon so dunkel ist? Mir rasen die wildesten Gedanken durch den Kopf und als ich die Typen mit Taschenlampen den Hügel hinaufkommen sehe, lege ich mich wieder platt auf meine Matratze und atme kaum, damit sie uns hoffentlich nicht bemerken. Henning scheint tief und fest zu schlafen, sein Zelt steht direkt neben meinem, aber ich will ihn nicht rufen, um die Leute nicht auf uns aufmerksam zu machen. Wer weiß wie die drauf sind.

Ich höre Gesprächsfetzen, aber nichts bedeutsames, auch das Klirren von Flaschen meine ich zu hören. Ich glaube, die haben sich genau auf der anderen Seite von der Hecke auf dem ‚Gipfel‘ niedergelassen. Sie scheinen uns noch nicht bemerkt zu haben.

Irgendwann muss mich der Schlaf übermannt haben. Mitten in der Nacht werde ich allerdings wieder geweckt. Diesmal vom Wind, der an unseren Zelten rüttelt. Es ist ansonsten aber vollkommen ruhig und so krabbel ich aus meinem Zelt, um die Heringe noch etwas tiefer in den Boden zu stecken und die Zeltleinen etwas mehr zu spannen.

Danach schlafe ich dann erschöpft wieder ein. Erholsam ist diese Nach jedenfalls in keinster Weise…

Gewanderte km: 39

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